polyzystische nierenerkrankung ist eine Krankheit der Nieren. Dabei entstehen viele kleine und große, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Diese Bläschen nennt man Zysten. Mit der Zeit können sie immer größer werden und Platz in den Nieren einnehmen. Dadurch können die Nieren ihre wichtige Arbeit immer schlechter erledigen.
Viele Menschen haben viele Jahre lang keine Beschwerden. Deshalb wird die polyzystische nierenerkrankung oft erst bei einer Untersuchung entdeckt. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser können Ärztinnen und Ärzte den Verlauf beobachten und behandeln.
In diesem Artikel erfährst du einfach und verständlich, was die polyzystische nierenerkrankung ist, welche Ursachen sie hat, welche Symptome auftreten können, wie sie festgestellt wird und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Was ist eine polyzystische nierenerkrankung?
Die polyzystische nierenerkrankung ist eine Erkrankung, bei der sich viele Zysten in den Nieren bilden. Eine Zyste ist ein kleiner Hohlraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist.
Sie reinigen das Blut, bilden Urin und helfen dabei, den Wasser- und Salzhaushalt auszugleichen.
Wenn immer mehr Zysten entstehen, werden die gesunden Bereiche der Nieren nach und nach verdrängt. Dadurch können die Nieren ihre Aufgaben schlechter erfüllen.
Die Krankheit entwickelt sich meistens langsam über viele Jahre.
Wie entstehen die Zysten?

Bei der polyzystische nierenerkrankung wachsen Zysten aus kleinen Bereichen des Nierengewebes.
Am Anfang sind sie oft sehr klein. Mit den Jahren können sie größer werden und ihre Anzahl nimmt häufig zu.
Je mehr Zysten vorhanden sind, desto mehr Platz benötigen sie. Dadurch verändert sich die Form der Nieren und ihre Arbeit wird erschwert.
Nicht jede Zyste verursacht sofort Beschwerden. Viele Menschen merken lange Zeit nichts von der Krankheit.
Ursachen der polyzystische nierenerkrankung
Die häufigste Ursache ist eine Veränderung in den Genen. Diese Veränderung wird oft innerhalb der Familie weitergegeben.
Das bedeutet:
- Ein Elternteil kann die Krankheit an sein Kind vererben.
- Nicht jeder Mensch mit der Krankheit hat sofort Beschwerden.
- Die Krankheit entwickelt sich meist langsam.
Die Erkrankung entsteht nicht durch:
- ungesundes Essen
- zu wenig Bewegung
- Stress
- zu wenig Wasser trinken
Diese Dinge verursachen die Krankheit also nicht.
Wer kann betroffen sein?
Die polyzystische nierenerkrankung kann Männer und Frauen gleichermaßen betreffen.
Viele Menschen erfahren erst im Erwachsenenalter, dass sie die Krankheit haben.
Wenn mehrere Familienmitglieder betroffen sind, kann das Risiko für andere Angehörige ebenfalls erhöht sein.
Welche Aufgaben haben die Nieren?
Um die Krankheit besser zu verstehen, hilft ein Blick auf die Arbeit der Nieren.
Die Nieren:
- reinigen das Blut
- entfernen Abfallstoffe
- bilden Urin
- regulieren den Wasserhaushalt
- helfen beim Salzhaushalt
- unterstützen die Blutdruckregelung
- tragen zur Bildung roter Blutkörperchen bei
Wenn die Nieren schlechter arbeiten, können diese Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllt werden.
Symptome der polyzystische nierenerkrankung
Viele Menschen bemerken zunächst gar keine Beschwerden.
Mit der Zeit können jedoch verschiedene Symptome auftreten.
Dazu gehören:
- Schmerzen im Rücken oder in der Seite
- Blut im Urin
- häufiger Harndrang
- Harnwegsinfektionen
- Bluthochdruck
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Bauchgefühl von Druck oder Völlegefühl
Nicht jeder Betroffene hat alle diese Beschwerden.
Manche Menschen leben viele Jahre ohne deutliche Symptome.
Warum entsteht Bluthochdruck?
Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Problemen bei einer polyzystische nierenerkrankung.
Die Zysten verändern das Nierengewebe. Dadurch können Vorgänge im Körper beeinflusst werden, die den Blutdruck erhöhen.
Ein gut eingestellter Blutdruck ist wichtig, um die Nieren möglichst lange zu schützen.
Deshalb wird der Blutdruck regelmäßig kontrolliert.
Wie wird die polyzystische nierenerkrankung festgestellt?
Ärztinnen und Ärzte nutzen verschiedene Untersuchungen.
Dazu gehören:
Ultraschall
Der Ultraschall ist die wichtigste Untersuchung.
Dabei können die Zysten meist gut erkannt werden.
Die Untersuchung ist schmerzfrei.
Blutuntersuchung
Mit einer Blutuntersuchung wird überprüft, wie gut die Nieren arbeiten.
Bestimmte Werte zeigen, ob die Nieren ausreichend filtern.
Urinuntersuchung
Der Urin wird untersucht, um Blut oder Eiweiß nachzuweisen.
Diese Untersuchung liefert zusätzliche Informationen über die Gesundheit der Nieren.
Familiengeschichte
Da die Krankheit häufig vererbt wird, fragen Ärztinnen und Ärzte oft nach Erkrankungen innerhalb der Familie.
Diese Informationen können bei der Diagnose helfen.
Wie entwickelt sich die Krankheit?
Die polyzystische nierenerkrankung entwickelt sich meistens langsam.
Die Zysten wachsen oft über viele Jahre.
Einige Menschen behalten lange eine gute Nierenfunktion.
Bei anderen nimmt die Leistung der Nieren schneller ab.
Der Verlauf ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Welche Komplikationen können auftreten?
Mit der Zeit können verschiedene Probleme entstehen.
Dazu gehören:
- eingeschränkte Nierenfunktion
- häufige Harnwegsinfektionen
- Schmerzen
- Bluthochdruck
- Blut im Urin
- Nierensteine
Nicht jede betroffene Person entwickelt alle diese Komplikationen.
Behandlung der polyzystische nierenerkrankung
Die Behandlung richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung.
Ziel ist es, die Nieren möglichst lange gesund zu erhalten und Beschwerden zu lindern.
Blutdruck behandeln
Ein gut eingestellter Blutdruck schützt die Nieren.
Deshalb verschreiben Ärztinnen und Ärzte bei Bedarf Medikamente gegen Bluthochdruck.
Schmerzen behandeln
Wenn Schmerzen auftreten, können geeignete Schmerzmittel eingesetzt werden.
Die Auswahl erfolgt durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.
Infektionen behandeln
Harnwegsinfektionen sollten früh behandelt werden.
Dadurch können Beschwerden gelindert und Komplikationen vermieden werden.
Regelmäßige Kontrollen
Dabei werden unter anderem:
- Blutdruck
- Blutwerte
- Urin
- Nierenfunktion
kontrolliert.
Kann die Krankheit geheilt werden?
Derzeit kann die polyzystische nierenerkrankung nicht vollständig geheilt werden.
Es gibt jedoch gute Möglichkeiten, den Verlauf zu beobachten und zu behandeln.
Eine frühe Diagnose und regelmäßige Kontrollen können dazu beitragen, die Gesundheit der Nieren möglichst lange zu erhalten.
Was können Betroffene im Alltag tun?
Menschen mit einer polyzystische nierenerkrankung können ihre Behandlung unterstützen.
Dazu gehören:
- ausreichend Wasser trinken, wenn die Ärztin oder der Arzt nichts anderes empfiehlt
- Blutdruck regelmäßig kontrollieren
- Medikamente wie verordnet einnehmen
- Kontrolltermine wahrnehmen
- nicht rauchen
- sich regelmäßig bewegen
- sich ausgewogen ernähren
Diese Maßnahmen können helfen, die allgemeine Gesundheit zu fördern.
Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?
Eine ärztliche Untersuchung ist wichtig, wenn folgende Beschwerden auftreten:
- Blut im Urin
- starke Schmerzen in der Nierengegend
- hohes Fieber
- Beschwerden beim Wasserlassen
- plötzlich sehr hoher Blutdruck
- starke Schwellungen
Eine schnelle Behandlung kann helfen, Komplikationen zu vermeiden.
Häufige Fragen zur polyzystische nierenerkrankung
Ist die Krankheit ansteckend?
Nein.
Die polyzystische nierenerkrankung ist nicht ansteckend.
Haben alle Betroffenen starke Beschwerden?
Nein.
Manche Menschen haben viele Jahre kaum Beschwerden.
Andere entwickeln früher Symptome.
Kann die Krankheit verhindert werden?
Da die häufigste Form vererbt wird, kann sie nicht verhindert werden.
Eine frühe Diagnose hilft jedoch dabei, die Gesundheit der Nieren besser zu überwachen.
Muss jeder Betroffene eine Dialyse bekommen?
Nein.
Nicht jeder Mensch mit einer polyzystische nierenerkrankung benötigt später eine Dialyse.
Der Verlauf ist bei jedem Menschen unterschiedlich.
Warum sind regelmäßige Kontrollen wichtig?
Regelmäßige Untersuchungen helfen dabei:
- Veränderungen früh zu erkennen
- den Blutdruck zu kontrollieren
- die Nierenfunktion zu überwachen
- die passende Behandlung rechtzeitig anzupassen
Fazit
Die polyzystische nierenerkrankung ist eine Erkrankung, bei der sich viele flüssigkeitsgefüllte Zysten in den Nieren bilden. Meist entwickelt sie sich langsam und wird häufig vererbt. Viele Menschen haben anfangs keine Beschwerden, später können unter anderem Bluthochdruck, Schmerzen oder Blut im Urin auftreten. Eine vollständige Heilung gibt es derzeit nicht. Mit regelmäßigen ärztlichen Kontrollen, einer guten Behandlung und einem gesunden Lebensstil lässt sich die Nierenfunktion jedoch oft lange erhalten. Wer die Krankheit früh erkennt und gut begleitet, kann den Verlauf besser überwachen und mögliche Komplikationen rechtzeitig behandeln.



